Kloster-Augenblicke
Zwischen Gebet und Gemeinschaft, zwischen Alltag und Fest – hier sammeln wir Augenblicke, die unser Leben im Kloster prägen: kleine Geschichten, stille Bilder und lebendige Spuren aus dem Miteinander hinter den Mauern.
Wenn die Kraniche über unser Klosterdach gleiten und trompetend den Frühling verkünden, beginnen wir, unsere Obstbäume zu beschneiden. Dann entfernen wir alle Wassertriebe und Äste, die nicht der Fruchtbildung dienen. Dadurch werden wir zwar in ein, zwei Monaten weniger Blütenpracht und im Sommer weniger schattenspendendes Blätterwerk haben, aber im Herbst desto mehr knackige Früchte. Ist es nicht auch so im Leben? Manchmal "beschneidet" Gott unsere Möglichkeiten, wir müssen auf etwas verzichten oder bekommen nicht, was wir wünschen. Nicht immer können wir den guten Plan dahinter erkennen.
So erging es auch den Verschleppten aus Judäa, die unter Nebukadnezar II, dem mächtigsten König des Neubabylonischen Reiches, im Exil leben mussten. Der Prophet Jeremia tröstete sie in einem Brief mit dem Versprechen Gottes, dass sie nach 70 Jahren zurückgeführt würden: „Ich kenne die Gedanken, die ich für euch denke – Spruch des HERRN –, Gedanken des Heils und nicht des Unheils; denn ich will euch eine Zukunft und eine Hoffnung geben.“ (Jeremia, Kap. 29,11). So hat jede Situation im Leben die Kraft, den wunderbaren Willen Gottes zum Strahlen zu bringen.
An Karneval regnet es auf uns Kölner Kamelle – rund 300 Tonnen Schokolade, Bonbons und Weingummi. Wenn Ihnen als Fuß-, Tanz- oder Musikgruppe noch Wurfmaterial fehlt oder Sie als Zuschauer viel zu viel geschnappt haben, gibt es eine schöne Lösung: den Kamelle-Kreisel. Unser Team der Lebensmittelausgabe freut sich Karnevalssonntag und Rosenmontag zwischen 16:00 und 20:00 Uhr auf Sie – ob zum Abholen oder Abgeben der Süßigkeiten. Was am Ende übrig bleibt, wird an Menschen, die Unterstützung brauchen, verteilt. Ihnen dafür ein kräftig‑kölsches Alaaf!
Das „Ewige Gebet“ ist eine Tradition der katholischen Kirche, die bis in das 10. Jahrhundert zurückreicht. Im Erzbistum Köln wird sie gelebt, indem alle Pfarrgemeinden an einem selbstgewählten Tag im Jahr das Allerheiligste aussetzen (die Hostie in der Monstranz zur Anbetung auf den Altar stellen), ob für einige Stunden oder – wie in unserem Kloster – für eine Nacht, immer am 31. Januar.
In dem eucharistischen Gebet laden wir Gott in unser Bistum ein und tragen Ihm unsere Bitten vor. Dabei danken wir Ihm, dass Er nicht nur um uns weiß und in aller Tiefe kennt, sondern unsere Wege zum Guten führt. Die Gewissheit, die uns dabei trägt, beschreibt der Apostel Paulus im Römerbrief (Kapitel 8,28): „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alles zum Guten gereicht, denen, die gemäß seinem Ratschluss berufen sind“.
Die Pforte, der Eingangsbereich unseres Klosters, wird derzeit umgebaut; für unsere immer zahlreicheren Gäste entstehen zusätzliche sanitäre Einrichtungen. Dafür müssen wir einige Räume verkleinern, Wände einziehen und neue Türen setzen. Die handwerklichen Arbeiten übernehmen Fachleute; einzelne Aufgaben aber auch wir Schwestern – je nachdem, was jede von uns gut kann. So leben wir ganz im Geist des heiligen Benedikt: „Sie sind dann wirklich Mönche, wenn sie von ihrer Hände Arbeit leben.“ Unser herzlicher Dank gilt allen, die dieses Bauvorhaben bereits mit einer Spende unterstützt haben – und allen, die es noch tun möchten.
Weil unsere Lebensmittelausgabe ein neues Transportmittel benötigte, haben sich Ehrenamtliche der Tafel in das Thema Fundraising eingearbeitet. So konnte ein Drittel der Anschaffungskosten finanziert werden, ein herzliches „Vergelt‘s Gott“, liebe Spender! Der PKW steht nun jeden Montag bereit, um für die von Armut betroffenen Menschen in unserem Viertel Lebensmittel abzuholen.
Seit Ende 2024 – und seither fortgeschrieben – gilt der Europäische Igel (Erinaceus europaeus) auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN als „potenziell gefährdet“. Um uns für den Schutz der kleinen Lebewesen einzusetzen, haben wir beschlossen, ihnen unseren Garten als Bleibe anzubieten. Zwei Igel, Lilly und Piet, sind bereits beheimatet. Jetzt ist auch Emily in unserem Kloster angekommen – und bereit für den Winterschlaf.
Im römisch-katholischen Kalender wird am 3. Januar der Name Jesu – er leitet sich von dem hebräischen „Jehoschua“ ab und bedeutet „Gott rettet“ – verehrt. Gäbe es einen passenderen Tag für die ewige Profess von Schwester Maria? Gemeinsam mit Weihbischof Schwaderlapp, ihrer Familie und Freunden erlebten wir eine festliche Eucharistie, in deren Rahmen sie ihr Gelübde feierlich ablegte. Es erfüllt uns, dass sich unsere Mitschwester für immer mit der benediktinischen Lebensweise und unserer Gemeinschaft verbunden weiß.
Jedes Jahr findet auf dem Platz unserer Nachbarkirche St. Maria Empfängnis der Veedels-Weihnachtsmarkt statt. Wir schätzen die adventliche Atmosphäre und den lebendigen Austausch mit den Raderthalern, Raderbergern und Bayenthalern sehr. Ein herzliches Dankeschön für Ihre Unterstützung, sei es durch den Kauf unserer Klosterprodukte oder durch Ihre Spenden.
