Kloster-Augenblicke

Zwischen Gebet und Gemeinschaft, zwischen Alltag und Fest – hier sammeln wir Augenblicke, die unser Leben im Kloster prägen: kleine Geschichten, stille Bilder und lebendige Spuren aus dem Miteinander hinter den Mauern.

07.04.2026

Wir sind eine Schwester mehr: Heute durften wir Sr. Ruth Marie von der Gnade Gottes mit dem benediktinischen Ordensgewand bekleiden. Ihr Name spiegelt wider, dass sie ihren Weg als einen von Gott gnadenhaft geleiteten erlebt – und nun hat Er sie zu uns geführt. Am Benediktsfest (am 21.03., dem Todestag des Heiligen) hat die gebürtige Philippinerin uns mit einer fein komponierten Text- und Orgelcollage beschenkt. Wir sind gespannt auf die Talente, mit denen sie unsere Gemeinschaft noch bereichern wird und sind gewiss, dass Gottes Segen Sr. Ruth Marie und uns alle begleiten wird.

05.04.2026

Jahr für Jahr gestalten wir unsere Osterkerze, das zentrale Symbol der Auferstehung, neu. Neben den traditionellen Symbolen – Kreuz, Alpha, Omega und Jahreszahl – greifen wir mit dem diesjährigen Motiv ein Wort aus der Bibel auf: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein. Wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht.“ (Joh 12, 24). 

Damit möchte unsere Osterkerze sichtbar machen, dass Gott uns, durch den Tod und die Auferstehung Christi, Gemeinschaft schenkt: mit Ihm und untereinander. Zugleich erinnert die Frucht der Ähre daran, dass Hoffnung das Osterfest prägt: Wandel ist möglich, und aus dem, was vergeht, kann Neues wachsen. Denn Gott erfüllt dies mit seinem Leben. 

In der Nacht von Karsamstag auf Ostersonntag wurde „das Licht der Welt“ am Osterfeuer entzündet und in die dunkle Kirche getragen. Es wird uns 50 Tage durch die Osterzeit begleiten. So geht Christus uns auf unserem eigenen Lebensweg voraus und schenkt uns, wie seinen Jüngern damals, Zeichen seiner Gegenwart. Halten wir die Augen offen. Wir wünschen Ihnen ein gesegnetes und lichtvolles Osterfest 2026.

03.04.2026

Um 15 Uhr – als die „neunte Stunde des Tages erreicht war“, wie es die Evangelisten Matthäus und Markus überliefern – starb Jesus am Kreuz. In der Liturgie haben wir heute, genau zu dieser Stunde, seines Leidens und Sterbens gedacht.

Was für ein Heiland ist Christus heute? Wir setzen in dieser Zeit große Hoffnungen auf Künstliche Intelligenz: Sie soll Krankheiten besiegen, den Klimawandel stoppen, Naturkatastrophen verhindern und Armut überwinden. Doch kann sie all das erfüllen? Auch damals erwarteten viele Menschen Großes, nämlich eine politische Revolution. 

Doch der Messias wählte einen anderen Weg: Er ging still ans Kreuz und nahm sein Leiden in der Haltung „Mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht“ an (Matthäus 11,30). Er konnte sein Kreuz tragen, weil er wusste, dass alles in Gottes Hand liegt. Dieses Vertrauen ließ ihn nicht verzweifeln.

Karfreitag lädt auch uns ein, unsere kleinen und großen Kreuze anzuschauen und zu lernen, sie gemeinsam mit Christus zu tragen. So gehen wir auf Ostern zu – der Auferstehung und dem neuen Leben entgegen.

29.03.2026

Heute feierten wir mit zahlreichen Gästen Palmsonntag. Wir gedachten dem Einzug Jesu in Jerusalem – und dem Beginn seiner letzten Lebenstage.

 Damals riefen ihm die Menschen freudig „Gesegnet sei der König, der kommt im Namen des Herrn“ (Lukas 19,38) zu. Doch das Königtum Jesu ist „nicht von dieser Welt“ (Johannes 18,36): Es bedeutet nicht Macht und ist nicht auf die eigene Stärke begründet. Sondern auf Frieden und Liebe – hervorgebracht durch Gewaltlosigkeit und Hingabe. Um das zu erfahren, werden wir den Gottessohn durch die heiligsten Wochen des Kirchenjahres begleiten; wir werden sein Leiden, sein Sterben und seine Auferstehung feiern.


24.03.2026

Die Kühe sind wieder da! Immer wenn es Frühling wird, ziehen bei uns die Rinder eines Eifeler Bauernhofs ein – und bleiben bis zum Herbst. In diesem Jahr sind, neben zwei Jungtieren, auch ein Kälbchen mit seiner Mutterkuh dabei. Alle vier haben sich schnell eingefunden, denn sie machen genau das, was ihnen guttut: die Sonne und das junge Grün unserer Weiden genießen. Wir Schwestern erfreuen uns daran – und die Nachbarn um uns herum auch.

21.03.2026

Neben unserem Kloster entsteht ein Mehrfamilienhaus. Dafür musste unser Birnbaum, der an der Grenzlinie der beiden Grundstücke stand, nach Jahrzehnten weichen. Nun zersägt unser Schreiner – seit Langem für uns ehrenamtlich im Einsatz – den Stamm und bereitet das Holz für den Winter vor. Dabei hat er etwas entdeckt, das uns Schwestern tief berührt: In einer Baumscheibe zeigt sich ein herzförmiger Kern. Für uns ist dies ein stiller Hinweis darauf, wie Gottes Liebe wirkt – bis in die verborgenen Ringe eines alten Obstbaumes hinein. Welche Gedanken kommen Ihnen dabei?

16.03.2026

„Deinen Namen habe ich in meine Hände eingezeichnet“, so verspricht Gott, uns zu lieben, für alle Zeiten und ganz und gar. Diese Zusage ließ er vor mehr als 3.000 Jahren durch den Propheten Jesaja verkünden (49. Kapitel, Vers 16 im Alten Testament) – und löst es Tag für Tag ein.

In unserer Klosterkapelle haben wir diese grenzenlose Wertschätzung nun verankert: Dort hängt ein Bild, auf dem die Hand Gottes zu sehen ist – geöffnet, um Ihre Bitten, Sorgen und Sehnsüchte zu empfangen. Schreiben Sie dazu den Namen des Ihnen wichtigen Menschen auf einen der bereitliegenden Zettel und befestigen Sie ihn auf dem Bild. Wir Schwestern nehmen Ihre Anliegen in unser Gebet auf.

13.02.2026

Wenn die Kraniche über unser Klosterdach gleiten und trompetend den Frühling verkünden, beginnen wir, unsere Obstbäume zu beschneiden. Dann entfernen wir alle Wassertriebe und Äste, die nicht der Fruchtbildung dienen. Dadurch werden wir zwar in ein, zwei Monaten weniger Blütenpracht und im Sommer weniger schattenspendendes Blätterwerk haben, aber im Herbst desto mehr knackige Früchte. Ist es nicht auch so im Leben? Manchmal "beschneidet" Gott unsere Möglichkeiten, wir müssen auf etwas verzichten oder bekommen nicht, was wir wünschen. Nicht immer können wir den guten Plan dahinter erkennen.

So erging es auch den Verschleppten aus Judäa, die unter Nebukadnezar II, dem mächtigsten König des Neubabylonischen Reiches, im Exil leben mussten. Der Prophet Jeremia tröstete sie in einem Brief mit dem Versprechen Gottes, dass sie nach 70 Jahren zurückgeführt würden: „Ich kenne die Gedanken, die ich für euch denke – Spruch des HERRN –, Gedanken des Heils und nicht des Unheils; denn ich will euch eine Zukunft und eine Hoffnung geben.“ (Jeremia, Kap. 29,11). So hat jede Situation im Leben die Kraft, den wunderbaren Willen Gottes zum Strahlen zu bringen.

11.02.2026

An Karneval regnet es auf uns Kölner Kamelle – rund 300 Tonnen Schokolade, Bonbons und Weingummi. Wenn Ihnen als Fuß-, Tanz- oder Musikgruppe noch Wurfmaterial fehlt oder Sie als Zuschauer viel zu viel geschnappt haben, gibt es eine schöne Lösung: den Kamelle-Kreisel. Unser Team der Lebensmittelausgabe freut sich Karnevalssonntag und Rosenmontag zwischen 16:00 und 20:00 Uhr auf Sie – ob zum Abholen oder Abgeben der Süßigkeiten. Was am Ende übrig bleibt, wird an Menschen, die Unterstützung brauchen, verteilt. Ihnen dafür ein kräftig‑kölsches Alaaf!

31.01.2026

Das „Ewige Gebet“ ist eine Tradition der katholischen Kirche, die bis in das 10. Jahrhundert zurückreicht. Im Erzbistum Köln wird sie gelebt, indem alle Pfarrgemeinden an einem selbstgewählten Tag im Jahr das Allerheiligste aussetzen (die Hostie in der Monstranz zur Anbetung auf den Altar stellen), ob für einige Stunden oder – wie in unserem Kloster – für eine Nacht, immer am 31. Januar.

In dem eucharistischen Gebet laden wir Gott in unser Bistum ein und tragen Ihm unsere Bitten vor. Dabei danken wir Ihm, dass Er nicht nur um uns weiß und in aller Tiefe kennt, sondern unsere Wege zum Guten führt. Die Gewissheit, die uns dabei trägt, beschreibt der Apostel Paulus im Römerbrief (Kapitel 8,28): „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alles zum Guten gereicht, denen, die gemäß seinem Ratschluss berufen sind“.

29.01.2026

Die Pforte, der Eingangsbereich unseres Klosters, wird derzeit umgebaut; für unsere immer zahlreicheren Gäste entstehen zusätzliche sanitäre Einrichtungen. Dafür müssen wir einige Räume verkleinern, Wände einziehen und neue Türen setzen. Die handwerklichen Arbeiten übernehmen Fachleute; einzelne Aufgaben aber auch wir Schwestern – je nachdem, was jede von uns gut kann. So leben wir ganz im Geist des heiligen Benedikt: „Sie sind dann wirklich Mönche, wenn sie von ihrer Hände Arbeit leben.“ Unser herzlicher Dank gilt allen, die dieses Bauvorhaben bereits mit einer Spende unterstützt haben – und allen, die es noch tun möchten.

27.01.2026

Weil unsere Lebensmittelausgabe ein neues Transportmittel benötigte, haben sich Ehrenamtliche der Tafel in das Thema Fundraising eingearbeitet. So konnte ein Drittel der Anschaffungskosten finanziert werden, ein herzliches „Vergelt‘s Gott“, liebe Spender! Der PKW steht nun jeden Montag bereit, um für die von Armut betroffenen Menschen in unserem Viertel Lebensmittel abzuholen.

15.01.2026

Seit Ende 2024 – und seither fortgeschrieben – gilt der Europäische Igel (Erinaceus europaeus) auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN als „potenziell gefährdet“. Um uns für den Schutz der kleinen Lebewesen einzusetzen, haben wir beschlossen, ihnen unseren Garten als Bleibe anzubieten. Zwei Igel, Lilly und Piet, sind bereits beheimatet. Jetzt ist auch Emily in unserem Kloster angekommen – und bereit für den Winterschlaf.

03.01.2026

Im römisch-katholischen Kalender wird am 3. Januar der Name Jesu – er leitet sich von dem hebräischen „Jehoschua“ ab und bedeutet „Gott rettet“ – verehrt. Gäbe es einen passenderen Tag für die ewige Profess von Schwester Maria? Gemeinsam mit Weihbischof Schwaderlapp, ihrer Familie und Freunden erlebten wir eine festliche Eucharistie, in deren Rahmen sie ihr Gelübde feierlich ablegte. Es erfüllt uns, dass sich unsere Mitschwester für immer mit der benediktinischen Lebensweise und unserer Gemeinschaft verbunden weiß.

13.12.2025

Jedes Jahr findet auf dem Platz unserer Nachbarkirche St. Maria Empfängnis der Veedels-Weihnachtsmarkt statt. Wir schätzen die adventliche Atmosphäre und den lebendigen Austausch mit den Raderthalern, Raderbergern und Bayenthalern sehr. Ein herzliches Dankeschön für Ihre Unterstützung, sei es durch den Kauf unserer Klosterprodukte oder durch Ihre Spenden.